Internationaler Mädchen-Tag in Frankfurt 2018

Dies ist der SUQ-Redebeitrag für den internationalen Mädchen-Tag in Frankfurt am Main, den wir am 11.10.2018 gehalten haben. Er kann hier als Audio-Datei angehört werden:


Liebe Teilnehmer_innen des internationalen Mädchen-Tages,

zunächst einmal fette Props an euch! Dass so viele von euch gekommen sind und ihr gemeinsam für Feminismus und gleiche Rechte für Mädchen und Frauen auf die Straße geht, ist ziemlich cool.

Ich bin Charlie von der Aktion Standesamt 2018 und genau wie ihr demonstrieren ich und meine Freund_innen heute für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Dafür laufen wir später vom Bahnhof, am Main entlang bis zum Römer und machen dort eine Kundgebung, die hoffentlich zumindest halb so laut und cool wird wie eure.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben und vor Diskriminierung geschützt sind – und zwar egal ob sie Mädchen, Jungen oder nichts von beidem sind. Neben Männern und Frauen gibt es nämlich auch noch die Menschen, für die keine der beiden Kategorien passt.

Eigentlich passen die Kategorien ja für keinen Menschen so richtig komplett. Schließlich gibt es nicht einen Weg Mädchen zu sein, sondern ganz viele. Und alle sind cool, weil Mädchen ganz verschieden sein können. Und genauso sind nicht alle Jungen gleich, sondern alle unterschiedlich.

Aber für manche Kinder und Erwachsene passen die Kategorien, Mädchen oder Junge, Mann oder Frau, noch weniger als für andere: zum Beispiel fühle ich mich eben weder als Mann noch als Frau, sondern als etwas dazwischen.

Für mich und viele andere ist das schon ganz lange klar, dass wir nicht „Frauen“ oder „Männer“ sind.  Manche Kinder und Erwachsene finden es aber auch erst später heraus, dass sie in keine von beiden Kategorien passen. Das liegt auch daran, dass es in dieser Gesellschaft gar nicht so einfach ist weder „Mann“ noch „Frau“ zu sein.

Schließlich muss man sich immer wieder für genau eine von beiden Kategorien entscheiden: zum Beispiel, wenn man aufs Klo geht. In der Schule gibt es ja zum Beispiel immer Toiletten für Mädchen/Frauen und für Jungen/Männer. Aber auch, wenn man Socken kaufen will. Dabei ist es doch eigentlich wichtiger, welche Größe die Socken haben oder ob sie gestreift sind oder nicht, als ob sie angeblich für Jungen oder für Mädchen sind.

Aber unsere Gesellschaft möchte immer alles einteilen: Rosa oder Hellblau, Fußball oder Reiten. Dabei kann ich doch aber auch weder Rosa noch Hellblau mögen, sondern Grün oder Gelb. Oder an einem Abend zum Fußballtraining gehen und am anderen zum Reiten. So ist das mit Geschlecht auch: ich kann ein Mädchen oder ein Junge sein, oder eben keins von beiden, oder auch manchmal das eine oder das andere.

Und weil ich möchte, dass auch die Gesellschaft und die Politik verstehen, dass ich sein darf, wer ich bin, habe ich mich mit anderen Menschen zusammengetan, denen es ähnlich geht oder die uns unterstützen.

Zusammen setzen wir uns – wie ihr – für eine gerechte Gesellschaft und Gleichberechtigung ein. Dafür, dass es ganz verschiedene Weisen gibt Mädchen oder Junge zu sein. Und eben auch dafür, dass man weder Mädchen noch Junge sein muss.

Vor allem aber geht es uns auch darum, dass jedes Kind und jeder Erwachsene selbst am besten weiß, wie sie sich fühlt und welches Geschlecht sie hat. Ob du ein Mädchen, ein Junge oder nichts von beiden bist, entscheidest du allein und niemand sonst. Und was es für dich heißt Mädchen, Junge oder nicht-binär – das bedeutet weder Mädchen noch Junge zu sein – weißt auch nur du selbst und darf dir niemand vorschreiben.

Dafür demonstrieren wir und machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!

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